Neu ab 27. September: das blaue EU-Label auf unseren Produktseiten
Vielleicht ist dir bei uns etwas Neues aufgefallen: ein Kasten mit blauem Kopf, EU-Sternen und der Überschrift „Gesetzliche Gewährleistung“. Der steht ab jetzt auf jeder Produktseite, und zwar nicht nur bei uns, sondern in jedem Onlineshop in Europa.
Kein Grund zur Sorge, an deinen Rechten hat sich nichts geändert. Aber weil wir das Ding jetzt sowieso zeigen, erklären wir auch gleich, was drinsteht. Ein Kaffee lang.
Warum gibt es das Label überhaupt?
Die EU hat festgestellt, was wir im Kundenservice seit Jahren erleben: Kaum jemand weiß genau, welche Rechte beim Onlinekauf gelten. Zwei Begriffe werden dabei ständig verwechselt, Gewährleistung und Garantie.
Deshalb gibt es ab dem 27. September 2026 einen europaweit einheitlichen Hinweis, der immer gleich aussieht. Egal ob du in Deutschland, Spanien oder Polen bestellst, du siehst dasselbe Label und weißt sofort, woran du bist.
Gewährleistung und Garantie sind nicht dasselbe
Das ist der Kern der Sache:
Die Gewährleistung ist gesetzlich vorgeschrieben. Mindestens zwei Jahre, europaweit, bei jedem Händler. Niemand muss sie dir gewähren, weil sie ohnehin gilt. Sie bedeutet: Die Ware muss bei der Lieferung in Ordnung sein. Zeigt sich innerhalb dieser zwei Jahre ein Mangel, der schon bei der Übergabe vorhanden war, hast du Anspruch auf Nachbesserung oder Ersatz. Klappt das nicht, auf Preisminderung oder dein Geld zurück.
Eine Garantie ist dagegen freiwillig. Die gibt ein Hersteller zusätzlich, zum Beispiel „zehn Jahre auf den Rahmen“. Sie kann mehr bieten als das Gesetz, sie kann aber auch an Bedingungen geknüpft sein. Sie ersetzt die Gewährleistung nie, sie kommt obendrauf.
Kurz: Gewährleistung bekommst du automatisch. Garantie ist ein Extra.
Was auf dem Label steht
Der Kasten erklärt in Stichpunkten, wann Ware als mangelhaft gilt, zum Beispiel wenn sie nicht der Beschreibung entspricht oder nicht richtig funktioniert. Dazu, was der Verkäufer dann tun muss und wie du am besten vorgehst.
Rechts sitzt ein QR-Code. Der führt auf das offizielle EU-Portal „Ihr Europa“, wo die Regeln für jedes EU-Land nachzulesen sind. Praktisch, wenn du mal im Ausland bestellst.
Wichtig: Das Label ist gesetzlich vorgegeben. Wir dürfen weder den Text ändern noch die Farben oder das Layout. Deshalb sieht es auch nicht nach unserem Shop aus, sondern nach Amtsstube. Das ist so gewollt, damit du es überall wiedererkennst.
Gilt das auch für personalisierte Produkte?
Ja, und das ist der Punkt, bei dem es bei uns am häufigsten Missverständnisse gibt.
Zwei Dinge werden hier gern vermischt:
Das Widerrufsrecht gilt bei personalisierter Ware nicht. Wenn du eine Tasse mit dem Namen deiner Oma gravieren lässt, können wir die niemandem sonst verkaufen. Deshalb erlaubt das Gesetz, individuell angefertigte Ware vom Widerrufsrecht auszunehmen. Der Klassiker „Doch die andere Farbe genommen“ ist kein Rückgabegrund.
Die Gewährleistung gilt trotzdem in vollem Umfang. Wenn die Gravur nicht dem entspricht, was du bestellt hast, wenn die Tasse mit einem Riss ankommt oder der Henkel abbricht, weil das Material fehlerhaft war, dann sind wir dran. Personalisiert heißt nicht „Pech gehabt“.
Und bei Gravuren auf deinem eigenen Gerät?
Wenn du uns deine AirPods oder dein MacBook zum Gravieren schickst, kaufst du bei uns keine Ware, sondern beauftragst eine Leistung. Rechtlich ist das ein anderer Vertragstyp, deshalb steht das Label auf diesen Seiten auch nicht.
An unserer Verantwortung ändert das nichts. Für unsere Arbeit haften wir genauso. Wenn eine Gravur nicht so ausfällt, wie sie vereinbart war, finden wir eine Lösung.
Wenn mal etwas nicht stimmt
Der praktische Teil, und der ist bei uns unkompliziert:
- Melde dich möglichst zeitnah bei uns, am einfachsten per Mail an info@laser-tattoo.de.
- Leg deine Bestellnummer oder die Rechnung dazu.
- Schick ein Foto mit. Das spart meistens die halbe Diskussion.
Bei über 110.000 gravierten Produkten im Jahr geht auch bei uns mal etwas schief. Dann reden wir darüber und lösen es, ohne dass du das Gesetzbuch zücken musst. Das war schon so, bevor irgendein Label das vorgeschrieben hat.
Stefan, aus der Werkstatt in Rain am Lech